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Was altes Heilwissen und Hirnforschung verbindet

Was altes Heilwissen und Hirnforschung verbindet

Manchmal hilft Nachdenken nicht mehr weiter. Nach einer Trennung, nach dem Verlust des Arbeitsplatzes oder nach einer schweren Diagnose kreisen die Gedanken, und je mehr man grübelt, desto enger wird es. Der Neuroschamanismus verbindet schamanische Praktiken, die zu den ältesten Formen menschlicher Heilarbeit gehören, mit Erkenntnissen der Hirnforschung.

Was Hirnforschung und Schamanismus verbindet

Mit Esoterik hat das wenig zu tun. Die Methoden stammen aus der schamanischen Tradition, erklärt werden sie mit dem, was die Neurobiologie heute weiß.

Ein wichtiger Begriff ist dabei die Neuroplastizität. Das Gehirn verändert sich durch Erfahrung: Nervenverbindungen, die oft genutzt werden, werden stärker, andere bilden sich zurück. Eingefahrene Denk- und Gefühlsmuster sind deshalb nicht für immer festgelegt.

Man kann es mit einem Software-Update vergleichen. Das Betriebssystem ist alt und hat sich bewährt, aber heute lässt sich besser erklären, warum die Werkzeuge wirken.

Die schamanische Reise

In einer schweren Krise kommt man mit Überlegen oft nicht weiter. Der Neuroschamanismus arbeitet dann mit der schamanischen Reise, einer angeleiteten Innenschau. Sie orientiert sich an einem Modell des kreativen Prozesses, das der britische Sozialwissenschaftler Graham Wallas 1926 beschrieben hat und das vier Phasen unterscheidet.

Am Anfang steht die Vorbereitung: Man nimmt sich bewusst ein Thema oder eine Frage vor. Danach folgt die Inkubation. Man lässt die Frage wieder los, und das Unbewusste arbeitet weiter. Irgendwann kommt die Einsicht, oft überraschend, als Bild, Gedanke oder Lösung. Zuletzt wird geprüft, was man gefunden hat, und es wird in den Alltag übertragen.

Auf diesem Weg zeigen sich häufig Überzeugungen und alte Verletzungen, die einen bremsen, ohne dass man es merkt. Solange sie verborgen bleiben, kann man wenig mit ihnen anfangen. Erst wenn sie sichtbar werden, lässt sich daran arbeiten.

Die 4-7-8-Atmung

Vor der Innenschau braucht es Halt. Am einfachsten findet man ihn über den Atem. Eine Übung, die dafür oft verwendet wird, ist die 4-7-8-Atmung.

So geht’s

  • Vier Sekunden durch die Nase einatmen.

  • Sieben Sekunden die Luft anhalten.

  • Acht Sekunden langsam durch den Mund ausatmen.

Drei- bis viermal wiederholen.

Die lange Ausatmung hilft vielen Menschen, ruhiger zu werden und aus der Anspannung herauszukommen. Diese Ruhe ist die Grundlage für die weitere Arbeit mit inneren Bildern.

Ein Ritual im Wald oder ein freier Nachmittag ist dafür nicht nötig. Für den Anfang reichen ein paar bewusste Atemzüge am Schreibtisch.

Neuroschamanische Methoden können eine ärztliche oder psychotherapeutische Behandlung ergänzen, aber nicht ersetzen. Wenn Sie sich gerade in einer akuten Krise befinden, erreichen Sie die Telefonseelsorge rund um die Uhr und kostenlos unter 142.

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