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Gemeinwohlorientierte Begleitung

Gemeinwohlorientierte Begleitung

Gemeinwohlorientierte Begleitung: Werte und ethische Grundlagen unserer Arbeit

Unsere Begleitung verstehen wir nicht nur als Dienstleistung, sondern als Haltung: Respekt vor der Person, die zu uns kommt, und vor der Verbundenheit aller Wesen. Dieser Artikel beschreibt die Werte, an denen wir uns orientieren, inspiriert von Traditionen des Schamanismus: Achtsamkeit, Diskretion, Verantwortung, Respekt, Integrität und die Orientierung am Wohl des Ganzen.

Was ist gemeinwohlorientierte Begleitung im Schamanismus?

Schamanismus versteht sich als Vermittler zwischen der physischen und der geistigen Welt: Schaman:innen reisen in veränderte Bewusstseinszustände, um Disharmonien zu heilen, etwa durch Seelenrückholung, Energiearbeit oder Rituale mit Krafttieren. In vielen indigenen Kulturen trägt der Schamane dabei Verantwortung nicht nur für Einzelne, sondern für die Gemeinschaft, den Clan oder den Stamm. Gemeinwohlorientierte Begleitung knüpft daran an: Es geht nicht nur um individuelle Heilung, sondern auch um das Gleichgewicht der Gemeinschaft.

Bei ASW-Österreich verbinden wir das mit neurobiologischen Erkenntnissen: Praktiken, die Bewusstseinszustände ohne Substanzen aktivieren, sollen Stress abbauen und innere Ressourcen stärken. Der Neuroschamanismus verbindet dabei die schamanische Reise mit wissenschaftlichen Methoden, um mit alten emotionalen Mustern zu arbeiten. Ziel ist, dass Menschen lernen, Probleme eigenständig zu lösen, wovon am Ende auch ihr Umfeld profitieren kann.

Diese Orientierung am Gemeinwohl unterscheidet sich von rein individuellen Ansätzen: Sie bezieht die Natur und das Umfeld mit ein. Jede Sitzung zielt deshalb nicht nur auf persönliche Heilung, sondern soll auch etwas zur Gemeinschaft beitragen, etwa durch Rituale mit Respekt vor der Erde.

Ethische Grundlagen: Respekt und Balance

Ethik im Schamanismus ist kein starres Regelwerk, sondern eine Haltung, geprägt von kulturellen Normen und Prinzipien wie Ausgewogenheit und Gegenseitigkeit. Sie geht davon aus, dass Mensch, Tier, Pflanze und Elemente miteinander verbunden sind und Handlungen entsprechend Folgen haben. Daraus ergeben sich drei Grundsätze: Respekt vor der Natur, also nur nehmen, was nötig ist, und etwas zurückgeben; Verantwortung gegenüber der Gemeinschaft, also heilen statt schaden; und Achtsamkeit gegenüber Geistern, also Macht mit Verantwortung nutzen.

Bei ASW-Österreich heißt das: transparente Aufklärung über Methoden wie Trance-Induktion durch Trommeln oder Meditation und der Verzicht auf Dogmen. Wir versprechen keine Wunder, sondern ehrliche Begleitung. Klient:innen übernehmen dabei Verantwortung für die eigene Heilung, unterstützt durch unsere professionelle Begleitung.

Drei Werte stehen dabei besonders im Vordergrund. Achtsamkeit bedeutet für uns eine bewusste, nicht wertende Aufmerksamkeit im Moment, etwa durch Rituale wie Räucherungen oder die Integration von Erfahrungen in den Alltag. Diskretion heißt, mit sensiblen Themen vertraulich umzugehen und persönliche Erlebnisse nicht ohne Einwilligung weiterzugeben. Und Verantwortung bedeutet, eigene Grenzen zu kennen, etwa durch den Verweis auf medizinische Hilfe bei schweren Fällen, und auf nachhaltige statt kurzfristige Wirkung zu setzen.

Transparenz und Vertrauen

Transparenz verbindet unsere Werte mit der Praxis. Wir erklären jeden Schritt, von der Vorbereitung einer Reise bis zur Integration der Erkenntnisse, und sprechen offen über Methoden, Risiken und Erwartungen. So verstehen Klient:innen, warum ein Ritual wie eine Seelenrückholung eingesetzt wird und wie sie selbst mitwirken können.

Vertrauen entsteht für uns durch Konsistenz: Wir respektieren den freien Willen unserer Klient:innen und brechen eine Begleitung ab, wenn sie nicht mehr zu unseren Werten passt. In Workshops teilen Teilnehmende ihr Wissen und stärken damit ihre Unabhängigkeit.

Unsere Einladung

Wenn Sie unsere Werte ansprechen, laden wir Sie zu einem ersten, unverbindlichen Gespräch ein.

Zwei Studien zu Haltungen, die Bindung in therapeutischen Prozessen stärken

Die folgenden Studien stammen aus der Psychotherapieforschung, nicht aus dem Schamanismus selbst, zeigen aber ähnliche Zusammenhänge zwischen Vertrauen, Haltung und therapeutischer Bindung.

Diese Studie analysierte Daten aus einer randomisierten Kontrollstudie mit 37 Teilnehmern an einem achtsamkeitsbasierten Gruppenprogramm zur Raucherentwöhnung (basierend auf MBSR). Die therapeutische Allianz wurde mittels des Working Alliance Inventory (WAI-G) gemessen und mit Outcomes wie Emotionregulation, Achtsamkeit und Behandlungskompliance korreliert. Schlüsselfunde: Eine starke Allianz – gefördert durch achtsame, nicht-urteilende Haltungen der Therapeuten – prognostizierte signifikante Verbesserungen in psychologischen Variablen (z. B. β = 0.33 für Achtsamkeit, p = 0.007) und erhöhte Compliance, indem sie emotionale Sicherheit schuf und das Vertrauen in den Prozess stärkte. Relevanz: Zeigt, wie achtsame Therapeutenhaltungen eine tiefere emotionale Bindung ermöglichen, die über bloße Symptombekämpfung hinausgeht und Klienten zu aktiver Beteiligung motiviert.

Querschnittstudie mit 411 Erwachsenen (Patienten und Therapeuten) in polnischen Praxen, unter Verwendung von WAI, PWBS, TSWLS und FS; Strukturelle Gleichungsmodellierung testete Korrelationen zwischen Allianz und Wohlbefinden. Schlüsselfunde: Starke Allianzen (patienten- oder gemeinschaftlich bewertet) korrelierten positiv und signifikant mit psychologischer Gesundheit (bis zu 45 % Varianz erklärt), Lebenszufriedenheit (8–27 %) und Flourishing (3–20 %); der Bond-Aspekt förderte besonders Vertrauen und Kooperation, unabhängig von Störungstypen. Relevanz: Belegt, dass ethische Haltungen wie Respekt und gegenseitige Akzeptanz zu nachhaltiger Bindung führen, die Klienten ermächtigt und zu breiterem Wohlbefinden (inkl. Beziehungen) beiträgt – ideal für gemeinwohlorientierte Ansätze.