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Publikation Eosterik

Hermetische Wissenschaft Teil 1

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Dieser Ausdruck entstammt der Esoterik, und wird sogar manchmal als synonym für diese verwendet. H.W. bedeutet soviel wie eine Wissenschaft, die sich mit "geheimen", "im Verborgenen liegenden" Gegenständen beschäftigt. Wie die Esoterik beschäftigt sich die H.W. mit solchen Gegenständen, die nur einem relativ geringen Personenkreis (den Eingeweihten oder Initiierten) zugängig sind. Der Name leitet sich nicht direkt von Hermes, dem griechischen Götterboten, dem Gott der Kaufleute und der Diebe, her, sondern es haben die Namen des letztgenannten sowie jener der H.W. lediglich ein und dieselbe Wurzel. H.W. leitet sich von Hermes Trismegistos (Hermes der Dreimalgrosse) ab. Ob es sich bei diesem Hermes Trismegistos um eine historische Persönlichkeit im alten Aegypten handelt oder nicht, ist umstritten. Es bestand weitgehende Uebereinstimmung (von den Kirchenvätern bis in bestimmten Hochgrade der Freimaurerei) darüber, dass dieser Hermes Tismegistos mit dem altägyptischen Gott Toth, dem Bewahrer alles Wissen, gleichzusetzen ist.

Vor ca. einem Jahr, habe ich zum besseren Verständnis des balinesischen Weltbildes bzw. zur Einführung in den magischen Schamanismus auf Bali einen Text geschrieben. Darin habe ich diesem esoterischen Schlüsselbegriff mehrere Kapitel gewidmet und gleichzeitig den Versuch unternommen, den Begriff "H.W." sowie dessen Bedeutung im Interesse jedes tieferen Eindringens in die Esoterik und meiner Interessensgebiete - Schamanismus und Magie - umfassend zu beleuchten.

  XII. Hermes Trismegistos

IM WESTEN IST ES WEITLÄUFIG BEKANNT, daß Hermes Trismegistos, der Gott Toth der alten Ägypter, jene Grundsätze formulierte, welche bis in unsere Zeit als das Basiswissen der westlichen Esoterik betrachtet werden. Eingemeißelt in der tabula smaragdina, welche, der Legende zufolge, von Alexander dem Großen entdeckt worden sein soll, nachdem er Ägypten erobert hatte und auf der Grabstätte des Hermes die Stadt Alexandria gründen wollte, überdauerte dieses Wissen die Jahrtausende. Und es wird in der westlichen Esoterik gesagt, daß derjenige, der alle hermetischen Grundsätze verstanden hat, den Schlüssel zum Verständnis der gestaltenden Prinzipien unseres Kosmos besitze.

XIII. Drei Hermetische Grundsätze und die Polarität

Wir wollen uns hier mit drei wichtigen hermetischen Grundsätzen befassen, die uns ein besseres Verständnis der Höheren Welten eröffnen mögen:

1. Alles, was einen Anfang hat, hat auch ein Ende.

Dieser Grundsatz des Hermes Trismegistos ist für jedermann - auch für eingefleischte Materialisten - leicht nachvollziehbar. Er besagt, daß alles Materielle und alles Immaterielle, das nicht aus sich selbst heraus - und damit unwandelbar - existieren kann, immer dem Prozeß der Veränderung, Umwandlung und Auflösung, unterworfen ist. Weder die Erscheinung, noch der Bestand des Abgeleiteten sind in dieser Welt von Dauer. Alles Geborene und alles Geschaffene unterliegt diesem ewig gültigen kosmischen Prinzip, das Hermes für die Nachwelt in Worte gekleidet hat.
Der Same des Mannes befruchtet die weibliche Eizelle. In diesem Augenblick ist nicht nur die erste Zelle eines werdenden Menschen entstanden, sondern bereits der gesamte werdende Mensch in seiner Potentialität, welche in der genetischen Information dieses ersten Zellkerns gespeichert ist. Aber schon ab diesem Augenblick ist dieses neue Leben dem ersten Grundsatz des Hermes unterstellt. Der Prozeß seiner steten Veränderung, Umwandlung und Auflösung hat bereits eingestzt. Diese Transformation wird für jenes neue Leben erst im Augenblick seines Todes, und für dessen körperliche Hülle erst mit dem Zerfall seines letzten Moleküls abgeschlossen sein.

Der erste Grundsatz des Hermes stellt nicht nur auf die menschliche Existenz ab, sondern unterstellt alles Existierende seinem Wirkungsbereich. Mineral, Pflanze, Tier und Mensch sowie alles von diesen Wesen Hervorgebrachte unterliegen dem Gesetz des Hermes - ohne Ausnahme. Die gesamte irdische Welt und - wie wir schon bald sehen werden - auch das Universums ist diesem hermetischen Gesetz unterworfen.

2. Wie oben, so unten - oder: Wie die Vorderseite, so die Rückseite.

Mit diesem Gesetz formulierte Hermes das esoterisches Prinzip, wonach allem, was im Mikrokosmos, Mensch, und in der irdischen Sphäre unserer Welt vorhanden ist, eine Entsprechung im makrokosmischen Bereich gegenüber steht. Die hermetischen Grundsätze gelten damit nicht nur einseitig für die Sphäre unseres Daseins, für unsere irdische Welt, sondern sie sind auch für alle übrigen Seinsbereiche des Universums gültig und wirksam - wie oben, so unten...

Wir erkennen nun bereits, daß es sich bei den hermetischen Grundsätzen um allgemeingültige Wahrheiten handelt, die auf das gesamte Sein - auf das menschliche ebenso, wie auf das nichtmenschliche - gleichermaßen abstellen.

Es handelt sich um in Worte gefaßte, ewig und überall gültige Prinzipien, deren Wirksamkeit sich alles Geschaffene und damit Abgeleitete, das ja nur als ein Teil dieses Universum existiert, niemals entziehen kann. Alles Existierende, das heißt, alles aus dem Immerwährenden, aus dem Ewigen Herausgetretene, unterliegt dem im ersten Gesetz formulierten Prozeß permanenter Veränderung, Wandlung und Auflösung.
Im mikrokosmischen Bereich können wir diesen Prozeß sehr leicht erkennen und nachvollziehen, zumal hier eine Zeitqualität vorherrscht, die unserem Erkenntnisapparat diese Einsicht ermöglicht. Wir sind uns sehr wohl im klaren darüber, daß unser Gesicht schon in wenigen Jahren nicht mehr dasselbe Aussehen wie heute aufweisen wird. Und wir sehen, wie sich die im Frühling hervorspriesenden Blätter eines Baumes im Laufe des Jahres verändern und schließlich im Winter ihrer Auflösung anheimfallen. Wir machen uns aber nur selten bewußt, daß dieser Prozeß, dem alles unterstellt ist, ständig um uns herum und überall im Universum abläuft.

Der Astronom, hingegen, weiß, daß jene fernen Welten, die sein Auge durch das Teleskop erblickt, im Augenblick seiner Betrachtung längst nicht mehr existieren mögen, denn es ist der Bereich des längst Vergangenen, den er schaut. Je weiter ihn sein Forscherdrang in das All vorstoßen läßt, desto gewisser ist es, daß die Objekte seiner Betrachtung tatsächlich nicht mehr - oder zumindest nicht mehr entsprechend seiner Wahrnehmung - existieren. Das Licht, das diese Objekte einst als Fixsterne ausgesandt haben und dessen Erscheinung unser Astronom gerade durch sein Teleskop betrachtet, benötigte Zeit, um jene ungeheure Entfernung zurückzulegen, bis es auf die Netzhaut seines Auges treffen konnte. Die Millionen Lichtjahre von unserem Betrachter entfernte Sonne, mag sich im Augenblick ihrer Betrachtung - entsprechend dem ersten hermetischen Grundsatz - längst zu einem "roten Riesen", einem "weißen Zwerg" oder vielleicht sogar zu einem "schwarzen Loch" verwandelt haben...
Wir erkennen an diesem Beispiel, daß der erste Grundsatz des Hermes, wonach alles, was einen Anfang hat, notwendig ein Ende haben muß, sehr wohl auch auf die makrokosmische Realität unseres Universums zutrifft - wie oben, so unten...
Zum besseren Verständnis des zweiten Teiles des hermetischen Grundsatzes, Wie die Vorderseite, so die Rückseite, schlage ich vor, daß wir uns zuvor mit dem dritten Gesetzes des Gottes Toth beschäftigen.
Nach dessen Erläuterung werde ich auf die offen gebliebene Frage zurückkommen

Hermetische Wissenschaft Teil 2

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